Ortsplanungsrevision Grabs
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Ein langer Weg, der sich gelohnt hat
Ortsplanungen sind selten Sprintdisziplinen. Sie verlangen Ausdauer, fachliche Tiefe und vor allem einen sauberen, nachvollziehbaren Prozess. Umso erfreulicher ist es, wenn sich dieser Einsatz auszahlt – so wie bei der Ortsplanungsrevision Grabs, die per 1. März 2026 in Kraft gesetzt wurde.

Ausschnitt des Raumkonzepts der Gemeinde Grabs
Ein Verfahren, das trägt
Während in vielen «unserer» Gemeinden in den Kantonen St. Gallen sowie Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden mehrere Ortsplanungen aktuell in der Endphase oder mitten im Genehmigungsverfahren stehen, ist Grabs bereits einen Schritt weiter. Das Verfahren verlief bemerkenswert schlank: In der ersten öffentlichen Auflage gingen nur eine handvoll Einsprachen ein, die zweite Auflage blieb vollständig «einsprachlos». Auch das fakultative Referendum wurde nicht ergriffen.
Im anschliessenden Genehmigungsverfahren konnten einzelne fachliche Vorbehalte des Kantons gemeinsam mit der Gemeinde konstruktiv geklärt werden. Der Dialog blieb lösungsorientiert – mit dem Ziel, tragfähige und rechtssichere Grundlagen für die langfristige Entwicklung von Grabs zu schaffen. Dass die Ortsplanung nun rechtskräftig ist, freut uns sehr und bestätigt den eingeschlagenen Weg.
Acht Jahre Prozess – Schritt für Schritt
Der Startschuss für die Revision der Ortsplanung Grabs fiel bereits vor rund acht Jahren. Ein solcher Zeithorizont ist nicht ungewöhnlich: Ortsplanungen sind Entwicklungsprozesse, keine Momentaufnahmen.
In Grabs umfasste der Prozess die Erarbeitung eines Raumkonzepts, des kommunalen Richtplans sowie die Revision von Zonenplan und Baureglement. Ergänzt wurde dies durch punktuelle Mitwirkungsformate wie Bevölkerungsumfragen, welche es ermöglichten, zentrale Fragestellungen früh zu spiegeln und die Planung breit abzustützen.

Ausschnitt Kommunaler Richtplan der Gemeinde Grabs
Grabs: klarer Fokus auf Innenentwicklung
Charakteristisch für die Ortsplanung Grabs ist – im Einklang mit den kantonalen Vorgaben – der bewusste Verzicht auf Neueinzonungen für Wohnnutzungen am Siedlungsrand. Stattdessen setzt die Gemeinde konsequent auf die Entwicklung nach innen. Bestehende Bauzonen, Quartiere und Dorfstrukturen bilden die Grundlage für die zukünftige räumliche Entwicklung.
Dabei ging es nicht um Verdichtung um jeden Preis, sondern um eine differenzierte, ortsbezogene Weiterentwicklung. Im Zentrum standen der Erhalt des durchgrünten Dorfkerns, die Stärkung der Quartierqualitäten sowie ein sorgfältiger Umgang mit dem historisch gewachsenen Ortsbild. Verdichtung wurde dort zugelassen, wo sie ortsbaulich sinnvoll ist, und dort zurückhaltend gehandhabt, wo Freiraum, Landschaftsbezug oder Identität prägend sind. Prägende Elemente wie der Grabserbach mit seinem Bachraum oder siedlungsgliedernde Freiräume wurden bewusst gesichert und als Teil der räumlichen Struktur weitergedacht.

Ausschnitt Zonenplan der Gemeinde Grabs
Ein gemeinsamer Erfolg
Dass die Ortsplanung Grabs heute rechtskräftig ist, ist das Resultat eines langen, gut abgestimmten Prozesses. Wir freuen uns sehr, die Gemeinde Grabs über all diese Jahre begleitet zu haben, und sehen die Ortsplanung als solides Fundament für eine qualitätsvolle räumliche Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten.
