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Ein neuer Campus am Rand der Altstadt

vor 1 Tag
2 Min. Lesezeit
Mehr Raum für Wissen, Begegnung und neue Ideen: Auf dem Areal Platztor in der Stadt St.Gallen soll ein neuer Campus der Universität St.Gallen entstehen. Er bietet Platz für rund 3'000 Studierende und ergänzt den bestehenden Standort auf dem Rosenberg. In den vergangenen Monaten durften wir als Planungsbüro mit der Erarbeitung der Zonenplanänderung und des Sondernutzungsplans wichtige Grundlagen für die Verwirklichung dieses Projekts schaffen. Nun ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Das Mitwirkungsverfahren läuft!

Ausschnitt aus dem Sondernutzungsplan Platztor; raum.manufaktur.ag 

Grundlage der Planung bildet das Siegerprojekt «Tsumiki» der ARGE Graber Pulver Jaeger Coneco, Zürich, das im Jahr 2025 aus einem Projektwettbewerb hervorging. Das Preisgericht würdigte den Entwurf als «kleine Stadt im grossen Haus»: Drei übereinanderliegende, gegeneinander verschobene Geschosspakete nehmen den Höhensprung von bis zu zwölf Metern über das Areal auf und vermitteln zwischen Altstadt, St.Jakob-Strasse und dem Wohnquartier am Rosenberg.
 
Der Neubau soll flexibel nutzbar sein und mit möglichst geringen Treibhausgasemissionen realisiert und betrieben werden. Eingebettet in eine parkartige Landschaft verbindet er die Altstadt mit dem grünen Rosenberg, auf dem die Universität heute beheimatet ist. Er entsteht in Holz- beziehungsweise Holz-Beton-Verbundbauweise.
 
Die «Offene Kirche», 1924/25 als «First Church of Christ Scientist» erbaut, bleibt erhalten. Sie wird instand gesetzt, künftig als Veranstaltungsort für Studierende genutzt und hält damit ein Stück Geschichte des Ortes lesbar. Rund um die Gebäude entstehen Platzbereiche, Wiesen, Wildstauden, Sträucher und neue Bäume. Begrünte Dächer und wasserdurchlässige Beläge halten Regenwasser zurück und dämpfen die sommerliche Hitze.

Quelle: Graber Pulver Architekt:innen AG / ghiggi paesaggi 

Auch bei der Mobilität setzt das Projekt klare Akzente: Bis zu 564 Veloabstellplätzen stehen höchstens 50 Autoparkfelder gegenüber. Für Studierende sind keine Autoabstellplätze vorgesehen. Die sehr gute ÖV-Erschliessung mit Güteklasse A und der rund acht Gehminuten entfernte Hauptbahnhof schaffen dafür beste Voraussetzungen.
 
Der geltende Zonenplan lässt einen Campus in dieser Form nicht zu. Das Areal wird deshalb in einem separaten Verfahren einer Schwerpunktzone zugewiesen – einer Zonenart, die das kantonale Planungs- und Baugesetz für Gebiete vorsieht, die umfassend umstrukturiert werden sollen.

Gemeinsam mit der Stadtplanung St.Gallen und dem kantonalen Hochbauamt durften wir die erforderlichen Planungsinstrumente erarbeiten. Wir freuen uns, mit dieser Planung einen Beitrag zur Stärkung des Bildungs- und Forschungsstandorts St.Gallen und zu einer qualitätsvollen Innenentwicklung leisten zu können.


 
 
 
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